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Ein Tag im Leben bei Lapoint Fuerteventura

19. September, 2025 (Aktualisiert: 5. April, 2026)

Es gibt Orte, die man einmal besucht, abhakt und irgendwann vergisst. Und dann gibt es Orte wie Fuerteventura. Orte, die sich still in dein Herz schleichen, dich verändern und an die du immer wieder zurückkommst.

Hey, ich bin Britt! Eine sonnenhungrige Abenteurerin aus Deutschland. Für mich war Surfen anfangs nur eine kleine Neugier. Etwas, das ich einmal ausprobieren wollte, einfach um zu sehen, wie es sich anfühlt. Doch schon nach der ersten Welle war klar: Das ist mehr als nur ein Hobby. Mit jeder Reise, jedem Wipeout und jeder Welle ist Surfen zu einem Teil von mir geworden. Lapoint war von Anfang an ein fester Bestandteil dieser Reise. Von meinen ersten nervösen Versuchen hier auf Fuerteventura, über tropische Line-ups in Sri Lanka, bis hin zur Rückkehr mit etwas mehr Selbstvertrauen und einer großen Portion Surf-Stoke.

Im März 2024 war ich zum zweiten Mal im Lapoint Surfcamp auf Fuerteventura. Es war mein dritter Trip mit Lapoint insgesamt. Nach drei Monaten auf Sri Lanka fühlte sich die Rückkehr auf diese wilde Vulkaninsel im Atlantik gleichzeitig vertraut und aufregend neu an. Ich kannte den Rhythmus des Camps, den salzigen Duft am Morgen, das Lachen beim Abendessen und doch war kein Tag wie der andere. Das ist das Besondere an Fuerte: Diese Insel schafft es immer wieder, dich zu überraschen.

Hier ist ein kleiner Einblick in einen dieser Tage. Einen Tag, der perfekt einfängt, warum ich Fuerteventura einfach nicht loslassen kann.

Morgens, bevor die Sonne aufgeht

Der Wecker klingelt noch vor Sonnenaufgang. Draußen ist es kühl, ich ziehe mir die Decke kurz über die Schultern und frage mich, wie ich in einer halben Stunde schon im Neoprenanzug im Atlantik paddeln soll.

Doch dann gehe ich in die Küche und endlich werde ich wach. Der Duft von Kaffee, das Surren des Toasters, das leise Murmeln verschlafener Stimmen. Es gibt Overnight Oats mit frischem Obst, dampfende Tassen Kaffee und diese halb verschlafenen, halb kichernden Gespräche über die Geschichten vom Vorabend. Frühstück fühlt sich hier weniger nach Mahlzeit, mehr nach Ritual an. Es ist der sanfte Übergang von Nacht zu Tag, von müde zu bereit für die Wellen.

Mein Lieblingspart? Meine Surfcoaches. Ich kannte sie schon von meinem letzten Trip, und sie wiederzusehen fühlte sich an wie ein Wiedersehen mit alten Freunden. Dieses vertraute Grinsen, ein geteilter Insiderwitz und die Art, wie sie genau wissen, wann sie dich pushen und wann sie dich einfach nur ermutigen müssen. Gemeinsam besprechen wir den Forecast, reden über Wind, Gezeiten und Wellenrichtung und markieren die Spots auf der Karte.

Das ist das Beste an Fuerteventura: Das Camp liegt perfekt an der Nordküste, mitten zwischen unzähligen Weltklasse-Surfspots. In nur 10 bis 20 Minuten erreichst du alles: Beachbreaks, Reefbreaks, Pointbreaks. Egal, wie die Bedingungen sind, irgendwo wartet immer eine Welle auf dich.

Pro Tipp für Frühaufsteher: Stell den Wecker und wander den kleinen Vulkan direkt gegenüber vom Camp hoch. Der Aufstieg dauert etwa 20 Minuten und der Moment oben ist magisch: Wenn die Sonne hinter der Isla de Lobos aufgeht und das Meer in goldenes Licht taucht, weißt du, dass sich das frühe Aufstehen gelohnt hat.

Wenn du zurückkommst, wartet das Frühstück und danach geht’s direkt ins Wasser. Ganz ehrlich: So sollte jeder Tag beginnen.

Auf dem Weg zu den Wellen

An den meisten Tagen entschieden wir uns für die Reefbreaks im Norden. Als Level-2-Surfer waren wir hungrig nach dem nächsten Schritt und bereit, das Weißwasser hinter uns zu lassen und endlich grüne Wellen zu surfen.

Die Boards kamen aufs Dach, die Fenster runter, Musik auf volle Lautstärke. Der salzige Wind verhedderte sich in meinen Haaren, und dieses Gefühl von Freiheit, das nur auf einem Surftrip entsteht, breitete sich in mir aus. Es ist dieses Kribbeln, das man nicht künstlich erzeugen kann. Die perfekte Mischung aus Vorfreude, Sonne und der Jagd nach Wellen.

Am Spot angekommen, hielten wir kurz inne. Vor uns: das endlose Meer, dahinter Lanzarote, glitzernd in der Ferne. Hinter uns: karge, schwarze Vulkanhügel - roh und zeitlos. Keine Hotelanlagen, keine Massen. Nur ein paar Vans, ein paar Surfer, die Boards wachsen, sich dehnen, sich fokussiert auf die nächste Surfsession vorbereiten.

Von Nervosität zu Euphorie

Und dann waren wir dran. Paddeln, tief durchatmen, raus ins Line-Up. Die erste Welle, die mir ins Gesicht krachte, hat mich mehr aufgeweckt als jeder Kaffee. Meine Arme brannten, aber auf eine gute Art. Draußen im Line-up spürte ich den Rhythmus des Meeres unter mir: ruhig und geduldig, aber voller Kraft.

Die Reefbreaks hier sind etwas Besonderes. Die Wellen laufen sauber und konstant, geben dir Raum zum Üben, Atmen, Wiederholen. Ich erinnere mich an eine Session, in der die Sets größer waren, als mir lieb war. Ich sagte meinem Coach, dass ich nervös sei. Er lachte, sprang neben mir ins Wasser und meinte nur: „Schau, es ist nur Wasser. Hab keine Angst.“ Dieser Satz ist mir bis heute geblieben.

Und er hatte recht. Mit jeder Welle, die ich nahm, verschwand ein Stück Angst und machte Platz für pure Freude. Meine Take-offs wurden sicherer, meine Turns flüssiger. Die Coaches riefen uns Tipps zu, paddelten mit, jubelten, wenn jemand eine gute Welle erwischte. Wir klatschten uns gegenseitig ab, lachten über jeden spektakulären Wipeout und feuerten sogar völlig Fremde an.

Aber es ging nie nur um Technik. Es ging um Gemeinschaft, Mut und dieses tiefe Glücksgefühl, wenn man eine Welle bis zum Schluss surft und die Freunde jubeln sieht, als hätte man gerade die Weltmeisterschaft gewonnen.

Surfen hat mir beigebracht, niemals aufzugeben, an mich zu glauben und nach jedem Wipeout wieder aufzustehen - nur um am Ende mit dem schönsten Gefühl belohnt zu werden, das es gibt.

Mittagspause - müde, aber glücklich

Als wir zurück zum Strand paddelten, fühlten sich meine Arme an wie Gummi. Salz auf der Haut, Sonne im Gesicht, und diese Müdigkeit, die nur Surfer kennen. Wir stiegen in den Van, drehten die Musik auf und sangen laut mit. Fenster runter, Haare im Wind, volle Sommerenergie.

Fast jeden Tag machten wir denselben Zwischenstopp: das Amiga Mia Café in Lajares. Es wurde zu unserem kleinen Ritual. Iced Lattes, Snacks, Flip-Flops voller Sand. Draußen die Boards noch auf dem Dach, drinnen das Gefühl, dass genau das Surftrip-Glück ist.

Zurück im Camp wartete das Mittagessen: frische Salate, Pasta, Brot. Es war immer bunt, lecker und perfekt nach einer Surfsession. Wir saßen in der Sonne, erzählten von den Wellen, die wir erwischt (oder auch nicht) hatten, lachten über Wipeouts und schmiedeten schon Pläne für den nächsten Tag.

Dann kam die Mittagspause. Manche lagen mit einem Buch am Pool, andere dösten auf den Liegen in der Sonne. Ich liebte diesen Moment in der Sonne. Kopfhörer rein, Augen zu, und einfach dieses schwere, glückliche Erschöpftsein genießen, das nur nach dem Surfen kommt.

Am Nachmittag probierten wir die Surfskate-Bowl im Camp aus. Anfangs war ich skeptisch, denn Beton verzeiht schließlich weniger als Wasser. Aber nach ein paar Runden lief’s echt gut. Ich fand meinen Flow, übte Turns und merkte: Das hilft wirklich. Am nächsten Tag im Wasser fühlte sich alles flüssiger an. Surfskaten ist wie eine Brücke zwischen Land und Meer und macht verdammt viel Spaß.

Nachmittage voller kleiner Abenteuer

Nach einer langen Siesta (meistens länger als geplant) ging’s oft nach El Cotillo. Ein kleiner Ort, nur zehn Minuten vom Camp entfernt, mit einem ganz eigenen Charme. Enge Gassen, weiß getünchte Häuser, der Ozean immer irgendwo im Blick.

Wir schlenderten durch kleine Läden mit handgemachtem Schmuck, gewebten Taschen und Postkarten mit Aquarellwellen. Dinge, die man nicht in großen Shops findet, sondern die sich eher wie Erinnerungen anfühlen, die man mitnimmt.

Und natürlich: Smoothie-Stop! Für mich immer Erdbeer-Banane und dazu ein saftiger Schokobrownie. Perfekte Kombi. Einfach pures Glück im Becher.

Abende voller Magie

Abends im Camp folgt alles einem entspannten Rhythmus. Erst Abendessen - immer frisch, immer richtig gut. Mein Lieblingsabend war die Paella Night, wenn der Duft von Safran durch die Luft zieht und alle sich mit leeren Tellern in die Schlange stellen, müde vom Surfen und hungrig auf mehr als nur Essen. Das Beste am Abendessen ist sowieso nicht das Essen selbst. Es ist, wie schnell Fremde zu Freunden werden.

An einem Abend fuhren wir mit ein paar Flaschen Wein wieder nach El Cotillo. Wir kletterten auf die Felsen am Meer, schauten der Sonne zu, wie sie im Atlantik versank, und saßen einfach da. Wein in der Hand, Wellen vor uns, Lachen um uns. Das Licht war golden, die Stimmung perfekt.

Später landeten wir im Canela Café in Lajares. Live-Musik, Barfuß-Tanzen, Locals und Surfer aus aller Welt. Die Stimmung? Unschlagbar. Stunden vergingen, ohne dass es jemand merkte.

Der Rückweg ins Camp war genauso schön: kühle Nachtluft, ein Himmel voller Sterne, die ganze Crew lachend auf dem Weg nach Hause. Als ich schließlich ins Bett fiel, war ich komplett platt - salzig, glücklich, zufrieden. Und schon wieder voller Vorfreude auf den nächsten Tag im Wasser.

Der Rhythmus von Fuerteventura

Dieser eine Tag beschreibt eigentlich die ganze Woche. Sonnenaufgang, Surfen, Kaffee, Siesta, Sonnenuntergang. Ein Kreislauf, der nie langweilig wird, weil jeder Tag neue kleine Momente bringt.

Was ich am Lapoint Surfcamp auf Fuerteventura am meisten liebe, sind nicht nur die Wellen oder das Wetter. Es ist das Lebensgefühl. Dieses Gleichgewicht zwischen Ruhe und Energie. Die Art, wie aus Angst Begeisterung wird, aus Fremden Freunde und aus Alltag einfach… nichts, was wichtig scheint.

Fuerteventura ist für mich kein Ort mehr, den ich nur besuche. Es ist ein Ort, zu dem ich zurückkehre. Ein Ort, der sich nach Freiheit, Gemeinschaft und neuen Möglichkeiten anfühlt. Und ich weiß jetzt schon: Wenn ich wiederkomme, wird es sich genauso besonders anfühlen wie beim ersten Mal.

Translated by: Britt Stachowiak

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Britt Marie Stachowiak

About the author: Hey hey, I’m Britt – a restless daydreamer with a heart that beats a little faster by the ocean. I call Cologne home, but part of me is always drifting – toward salty air, soft sand and the sound of waves in the distance.

I work in marketing, have a soft spot for writing, and often catch myself planning the next escape while the coffee’s still warm. Somehow, I always end up staying a little longer in the places I fall in love with – like Fuerteventura or Sri Lanka. Life just feels better with salt on my skin and a surfboard nearby.

Life goal? To be a little sunshine wherever I go.